Wie Ernährung in Kinderwunschzeit und Schwangerschaft mehr Vertrauen, Energie und Leichtigkeit schenken kann
Gerade in sensiblen Lebensphasen – wenn ein neues Leben entsteht oder entstehen soll – ist vieles im Wandel: Gedanken, Gefühle, der eigene Körper. Zwischen Hoffnung und Sorge, zwischen neuen Anläufen und kleinen Wundern sehnen sich viele Frauen nach Orientierung, Halt und einem Gefühl von Sicherheit.
In diesem Interview spreche ich mit Lucie Remus-Brinkmann, veganer Ernährungsberaterin und selbst Mama, über die Rolle der Ernährung in Schwangerschaft und Kinderwunschzeit. Lucie begleitet (werdende) Mamas auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden, Nährstoffsicherheit und einem liebevollen Umgang mit dem eigenen Körper – ganz ohne Diätstress oder komplizierte Regeln.
Mit viel Herzblut, persönlichen Einblicken und alltagstauglichen Ernährungstipps zeigt sie, wie Ernährung nicht nur körperlich, sondern auch emotional nähren kann – und wie daraus echte Fürsorge wird: für deinen Körper, dein Baby und für dich selbst.
1. Was hat dich dazu inspiriert, dich auf Ernährungsberatung für Schwangere zu spezialisieren?
Oh, das ist eine schöne Frage – und tatsächlich eine kleine Reise. Alles begann damit, dass mir meine geliebten Workouts plötzlich wie ein Marathon vorkamen. Obwohl ich eigentlich super im Training war, fühlte ich mich, als hätte ich einen Bleimantel an. Mein Energielevel im Keller, meine Laune mies – und die Zahl auf der Waage kletterte still und leise nach oben. Und das, obwohl ich kaum etwas aß und mich in Sportkursen verausgabte.
Die Diagnose: Schilddrüsenunterfunktion. Großartig. Tabletten wären der einfache Weg gewesen – aber ich wollte verstehen, was mein Körper wirklich braucht. Ich fing an zu recherchieren, stellte meine Ernährung um und entdeckte die Kraft der vollwertigen, pflanzenbasierten Ernährung.
Je mehr ich mich damit beschäftigte, desto klarer wurde mir: Das ist mein Weg. Ich ließ mich zur veganen Ernährungsberaterin ausbilden und wollte auch anderen Frauen zeigen, wie sie sich in ihrem Körper wieder wohlfühlen – ganz ohne Diät-Wahnsinn.
Und dann wurde ich schwanger. Ich war wie verzaubert. Es war plötzlich nicht mehr wichtig, in eine bestimmte Kleidergröße zu passen – ich wollte dieses kleine Wunder in mir bestmöglich versorgen. Bis heute bin ich fasziniert und tief berührt davon, wie sehr unser Lebensstil schon ab der Empfängnis die Gesundheit des Babys prägt. Was wir in der Schwangerschaft essen, ist weit mehr als reine Nährstoffzufuhr. Es ist das Fundament für das Leben, das wir in uns tragen.
Gleichzeitig erlebte ich, wie verunsichert viele (werdende) Mamas in meinem Umfeld waren: Was darf ich noch essen? Was nicht? Welches Baumaterial braucht mein Körper, um aus einem winzigen Samen diesen kleinen, perfekten Menschen zu produzieren, an dem alles dran ist? Wie schaffe ich es, mich gut zu fühlen – ohne ständig das Gefühl zu haben, zu viel oder zu wenig zu essen?
Ich finde, jede Mama verdient eine Wohlfühlschwangerschaft und eine entspannte Stillzeit. Eine Zeit, in der sie sich sicher fühlt, genährt ist – und ihren Körper nicht verliert, sondern neu lieben lernt. Die Ernährung spielt dabei eine viel größere Rolle, als viele denken. Sie beeinflusst nicht nur, wie wir uns fühlen, sondern auch, wie wir uns selbst begegnen.
Genau deshalb zeige ich werdenden und frischgebackenen Mamas, wie sie ihren erhöhten Nährstoffbedarf gesund und figurfreundlich decken – ohne während der Schwangerschaft die Kontrolle über ihr Wohlfühlgewicht zu verlieren. Für mehr Energie, mehr Vertrauen und mehr Leichtigkeit in einer Zeit, die alles verändert.
2. Wie lässt sich eine vegane oder pflanzenbasierte Ernährung mit den Bedürfnissen in der Schwangerschaft vereinbaren?
Ganz ehrlich? Ziemlich gut sogar! Die meisten Dinge, die in der Schwangerschaft aus Sicherheitsgründen gestrichen werden – wie rohes Fleisch, roher Fisch, rohe Eier, Rohmilchkäse und damit auch Mettbrötchen, Sushi, Tiramisu (ja, leider auch das) – kommen ohnehin aus dem Tierreich. Eine vegane Ernährung umschifft viele dieser Stolperfallen ganz elegant.
Was viele nicht erwarten: Die pflanzenbasierte Küche ist alles andere als fade Salatblättchen mit Essig. Sie ist bunt, kreativ, vollgepackt mit Geschmack und bringt ganz neue Lieblingsgerichte auf den Tisch. Viele meiner Klientinnen sind richtig begeistert, wie unglaublich lecker und vielfältig gesunde, vollwertig vegane Gerichte sein können – ganz ohne das Gefühl, auf etwas zu verzichten.
Der gesundheitliche Benefit? Pflanzliche Lebensmittel liefern eine Extraportion Nährstoffe bei weniger Kalorien. Sie sind reich an Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und oft frei von dem ganzen Kram, der sonst schwer im Magen liegt – wie die ungewollten Fette Cholesterin, Transfettsäuren oder gesättigte Fettsäuren, die potenziell mit chronischen Erkrankungen in Verbindung stehen. Perfekt, um dich und dein Baby optimal zu versorgen und dein Wohlfühlgewicht nicht aus den Augen zu verlieren.
Natürlich gilt wie immer: Gut geplant ist halb gewonnen. Deswegen begleite ich (werdende) Mamas dabei, die kritischen Nährstoffe im Blick zu behalten – damit am Ende nicht nur das Baby strahlt, sondern auch die Mama.
3. Hast du Tipps, wie Frauen, die unter Appetitlosigkeit oder Übelkeit leiden, trotzdem auf eine ausreichende Nährstoffzufuhr achten können?
Oh ja – Übelkeit in der Schwangerschaft kann wirklich fies sein. Das Gute ist: Es gibt ein paar einfache Tricks, um den Körper trotzdem gut zu versorgen.
Ganz wichtig: Regelmäßige kleine Mahlzeiten helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten – denn wenn der zu sehr absackt, wird’s oft noch schlimmer. Morgens direkt nach dem Aufwachen ein paar Knäckebrotscheiben, Dinkelstangen oder zuckerfreier Zwieback können Wunder wirken. Auch Snacks wie Nüsse, Trockenfrüchte oder Energyballs sind gute Begleiter in der Handtasche.
Trinken nicht vergessen! Kräutertees, stilles Wasser oder verdünnte Säfte halten den Kreislauf in Schwung – und ein bisschen Ingwer im Tee kann die Übelkeit sogar sanft lindern.
Weil Gerüche oft besonders intensiv wahrgenommen werden, lohnt es sich, auf stark riechende Speisen, frittierte Gerichte oder Parfüm zu verzichten. Und: Vitamin-B-reiche Lebensmittel können helfen, Übelkeit vorzubeugen. Einen Überblick findest du in meinem kostenfreien Nährstoff-Guide.
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Und wenn mal gar nichts geht? Hör auf deine Intuition – und greif zu dem, was dir ein wohliges Gefühl gibt. Bei mir war’s ein Rezept aus Kindheitstagen: Zwieback in erwärmter Hafermilch in einem Schälchen aufweichen lassen und zusammen mit der Banane zu einem leckeren Brei zerdrücken. Klingt simpel – schmeckt nach Zuhause.
Weitere nährstoffreiche Rezeptideen für die Schwangerschaft und Stillzeit findest du auf meinem Blog.
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4. Wie hängen emotionale Gesundheit und Ernährung zusammen und wie kann Ernährung helfen, das Wohlbefinden in der Schwangerschaft oder Kinderwunschzeit zu stärken?
Erst heute Morgen ist mir folgender Spruch an meinem Yogitee begegnet: „Ein gesunder Geist schafft einen gesunden Körper.“ Und ich dachte: Ja – aber auch andersrum! Gerade in der Schwangerschaft oder bei Kinderwunsch ist der Körper so viel mehr als eine Hülle. Er ist ein Zuhause. Wenn dieses Zuhause gestärkt und genährt wird, fühlt sich auch die Seele sicher.
Ein faszinierendes Beispiel dafür ist die Darm-Hirn-Achse: Unser Bauch kommuniziert direkt mit dem Kopf – über Nerven, Hormone und kleine Signale, die unsere Stimmung, unser Energielevel und sogar unser Stressempfinden beeinflussen. Wenn du also deinem Darm etwas Gutes tust, tust du automatisch auch deiner emotionalen Balance etwas Gutes.
Wie das geht? Zum Beispiel mit ballaststoffreichen, pflanzlichen Lebensmitteln, die dein Darmmikrobiom mit guten Bakterien füttern. Das Coole: Bei einer natürlichen Geburt gibst du diese kleinen Helferbakterien sogar an dein Baby weiter. Genial, oder?
Aber auch unabhängig vom Bauchgefühl gilt: Dein Körper hat gerade Großes vor – ob beim Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft. Der Bedarf an Mikronährstoffen schießt in dieser Zeit regelrecht durch die Decke. Eisen zum Beispiel verdoppelt sich von 15 mg auf 30 mg. Nährstoffe wie Folsäure, Omega-3-Fettsäuren (DHA), Jod und Eisen gelten als besonders wichtig, weil sie in der Schwangerschaft eine besonders wichtige Rolle spielen.
Es geht also nicht darum, für zwei zu essen – sondern hochwertig. Für zwei.
Pflanzenbasierte Lebensmittel machen’s dir leicht: Sie liefern dir viele wertvolle Nährstoffe, ohne durch unnötige Kalorien dick aufzutragen. Fühl mal in dich hinein – wenn du dich körperlich stark fühlst, fällt es dir viel leichter, mit den emotionalen Wellen dieser besonderen Zeit umzugehen, oder?
Denn Ernährung ist nicht nur Versorgung. Sie ist Fürsorge. Für deinen Körper. Für dein Baby. Und für dich.
5. Welche einfachen Ernährungstipps kannst du Frauen geben, die wenig Zeit oder Energie haben, sich ausgewogen zu ernähren?
Keep it simple – das ist mein Motto, gerade in der Schwangerschaft. Es muss nicht fancy sein, aber nährstoffreich darf’s trotzdem werden.
Meine Geheimwaffen: Vorkochen, Tiefkühlgemüse und der InstantPot (ein cleverer Schnellkochtopf für Suppen & Eintöpfe, ohne stundenlang am Herd zu stehen). Einfach alles rein, Knopf drücken – und währenddessen kannst du dich um Wichtigeres kümmern. Das Beste: Die Gerichte lassen sich portionsweise einfrieren – super praktisch fürs Wochenbett!
Mein Meal-Prep-Tipp: Koche einzelne Komponenten vor, die du flexibel kombinieren kannst. Zum Beispiel:
● Tag 1: Kartoffeln mit Lauch & Tofu
● Tag 2: Kartoffeln mit Sojakräuterquark, Leinöl & Feldsalat
● Tag 3: Kartoffelbrei mit Spinat & Sojaschnetzeln
Dazu etwas Salat mit Balsamico und Hefeflocken – zack, aufgewertet!
Und wenn’s ganz schnell gehen muss?
Hafer- oder Hirsebrei mit Obst & Nüssen, Pfannengerichte, Ofengemüse mit Hummus, Vollkornbrot mit Avocado oder ein bunter Couscous-Salat mit Kichererbsen – sind echte Alltagshelden.
Du brauchst keine stundenlangen Kochsessions. Nur eine clevere Planung, ein paar gute Basics – und das Wissen, was dein Körper gerade wirklich braucht. Und genau dabei helfe ich dir. 💛
6. Wie arbeitest du mit deinen Klientinnen zusammen? Kannst du uns Einblicke in deine Herangehensweise und typische Schritte in der Beratung geben?
Lass mich dich mal kurz mitnehmen – in meinen Beratungsprozess, der sich nicht nach Pflichtprogramm anfühlt, sondern nach Rückenwind. Jede Frau, die zu mir kommt, bringt ihre eigene Geschichte mit – den Wunsch nach einer gesunden Schwangerschaft, die Sorge um eine gute Nährstoffversorgung oder die Hoffnung, nach der Geburt wieder im eigenen Körper anzukommen. Genau da setze ich an.
Ich arbeite nicht mit starren Vorgaben oder dogmatischen Regeln, sondern entwickle mit dir gemeinsam ein Ernährungskonzept, das zu dir, deinem Alltag und deinem Körpergefühl passt – ob du gerade am Anfang deiner Reise stehst oder schon mitten im Mama-Alltag steckst.
So läuft eine Zusammenarbeit typischerweise ab:
1️⃣ Kennenlerngespräch
Wir sprechen über deine Wünsche und Herausforderungen – zum Beispiel, wie du deinen erhöhten Nährstoffbedarf gesund und figurfreundlich deckst, ohne dabei in die Zwickmühle zwischen „Schokohunger“ und „Salatpflicht“ zu geraten. Wir schauen, ob meine Methode zu dir passt und wir zusammen losgehen wollen.
2️⃣ Analyse deiner IST-Situation
Mit Hilfe meiner Veganspired Food-App schauen wir uns deine Ernährungsgewohnheiten an – und wenn du magst, auch deinen Versorgungsstatus via Bluttest. So sehen wir genau, was dein Körper gerade braucht und wo Optimierungsbedarf besteht.
3️⃣ Individuelle Strategie
Ich entwickle einen Fahrplan, der dich und dein Baby optimal versorgt, dich nährt und dabei dein Wohlfühlgewicht unterstützt. Ganz ohne Verzicht, aber mit Genuss und einem Körpergefühl, das sich genial anfühlt. Ganz nebenbei prägen wir so auch die Geschmacksvorlieben deines Babys von Anfang an auf natürliche Lebensmittel.
4️⃣ Alltagstaugliche Umsetzung
Hier wird’s praktisch: mit einfach umsetzbaren Tipps, alltagserprobtem Ernährungswissen und Rezeptideen, die nicht nur gesund, sondern auch lecker sind. So entsteht Schritt für Schritt eine neue Ess-Routine – die dich stärkt und dir dabei hilft, nach der Geburt leichter wieder in deine Lieblingsjeans zu schlüpfen – ganz ohne Druck.
5️⃣ Nachhaltige Ergebnisse
Am Ende weißt du genau, wie du dich und dein Baby versorgen kannst – heute und in Zukunft. Viele meiner Klientinnen sagen mir, dass sie nicht nur Klarheit gewonnen haben, sondern sich auch wieder richtig wohl in ihrer Haut fühlen. Als Mama – und als Frau.
Genau das ist es, was ich mit meiner Arbeit erreichen will.
7. Welche Ratschläge hast du für Frauen, die in der Schwangerschaft mit Gewichtsmanagement, gesunden Essgewohnheiten oder dem Gefühl von Kontrolle über das Essen kämpfen?
Es ist völlig normal, dass sich das Essverhalten in der Schwangerschaft verändert – auch bei mir! Ich hatte plötzlich total Lust auf Nimm2 Soft Bonbons (ich bin eigentlich Team Schoko). Wichtig ist nicht, jede Nascherei zu vermeiden – sondern die Balance zu halten.
Höre auf deinen Körper, aber gib ihm das Beste, was du kannst. Wenn dich der Heißhunger packt, frag dich nicht: „Darf ich das jetzt essen?“ – sondern eher: „Was würde mir jetzt guttun?“ Vielleicht sind’s Datteln mit Mandelmus, vielleicht ein Hirsebrei mit Kakao – oder vielleicht brauchst du auch einfach gerade Trost statt einen Snack.
Ich unterstütze dich dabei, eine Ernährung zu finden, die dich nährt, stärkt und dir das Gefühl gibt, gut für dich und dein Baby zu sorgen – ohne Druck, ohne Verzicht, ohne Diät-Gedanken. Stattdessen mit viel Genuss, Selbstmitgefühl und echten Tools, die dir helfen, auch in stürmischen Momenten handlungsfähig zu bleiben.
Wenn du das Gefühl hast, dein Essen dreht sich gerade mehr um Regeln als um Bedürfnisse – dann lass uns gemeinsam Ordnung, Leichtigkeit und Bauchgefühl reinbringen.
Denn du darfst dich wohlfühlen. In deiner Haut. In deinem Tempo. In deiner Schwangerschaft und danach.
Buche jetzt dein kostenloses Erstgespräch und wir entwickeln gemeinsam deine individuelle Ernährungsstrategie, die nicht nur funktioniert, sondern sich richtig gut anfühlt.
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Ich freu mich auf dich! 💛
Deine Lucie